Sonntag, 7. Dezember 2014

Die beste Lasagne der Welt - vegan

Nach unzähligen Versuchen, ein bewährtes Lasagnerezept zu verbessern, erdreiste ich mich nun die beste Lasagne der Welt zu machen. Aber nur wer's nachkocht wird wissen, ob das wahr ist ;)
Auf jeden Fall ist diese Lasagne kein weicher Haufen aus fader Tomatensauce und mehliger Béchamelsauce, der beim Servieren sofort seine Form verliert. Und so nicht nur aus der Tiefkühltruhe, sondern in so manchem "guten" italienischem Restaurant serviert wird.

Tipp

Am besten schmeckt die Lasagne, wenn man sie vor dem Backen mind. 4 Stunden ziehen lässt. Ich habe sie auch schon 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Sie ist also ideal für eine Feier oder ein Essen bei Freunden, wo man sie bereits am Vortag zubereiten kann und sie dann nur mehr für 45 Minuten ins Rohr schieben muss.

Rezept nun vegan
Ich habe diese Lasagne jahrelang gemacht und verfeinert. Nun kann ich guten Gewissens eine vegane Variante anbieten, die dem Original in fast nichts nachsteht.


Zutaten

500g veganes Faschiertes auf Weizenbasis (zb Hiel Faschierbasis), kein Tofu!
500g wirklich gute saftige Bio-Tomaten
500g wirklich gute feste Bio-Tomaten, zb. Ochsenherz
ca. 250g veganer Käse (siehe unten)
1 große rote Zwiebel (pikanter) oder 3 Schalotten (fruchtiger und süßer)
250ml Portwein (alternativ süßlicher fruchtiger Rotwein)
1 Packung Lasagneblätter (man benötigt 9 Blätter)
1/2 Liter Sojamilch natur, sehr gut von Alpro
2 EL Mehl
60g Alsan Bio Margarine
7 gehäufte Teelöffel Oregano
7 Blätter frischer Basilikum
(alternativ zu beiden: italienische Kräuter)
4 Knoblauchzehen, passiert
2 getrocknete Lorbeerblätter
Muskatnuss (nur ganze Nüsse kaufen und immer frisch reiben!)
Würzhefe (wenn möglich aus Melasse)
Cayennepfeffer (auf Wunsch)

Käse
Der einzige wirklich geschmackliche Unterschied zu einer "echten" Lasagne ist der Käse. Ich verwende dazu den Wilmersburger Pizzaschmelz. Der zwar sehr gut schmeckt, aber sonst seinem Namen nicht gerecht wird, nämlich gar nicht schmilzt, was aber bei einer Lasagne von Vorteil ist. Auch früher hab ich den Kuhkäse am Ende knusprig gebacken, das entfällt hier.

Benötigte KüchengerätePfanne, Mixer, eckige Backform (man kann auch andere Formen nehmen, aber dann muss man die Lasagneblätter in Form brechen und Pfanne mit Deckel. Die Zutatenmenge ist für eine Form, in die man 3 Lasagneblätter der Breite nach mit etwas Überlappung hineinlegen kann.)

Zubereitung Sauce
  • Die Zwiebel klein hacken und in ca. 20g Margarine in einer Pfanne leicht bräunen.
  • Das Faschierte dazugeben und so gut es geht zerstoßen, damit sich keine Stücke bilden. Am besten mit einem Bratenwender mit Schlitzen fest am Pfannenboden andrücken, damit es durch die Schlitze nach oben durchgedrückt wird. Unter mehrmaligen Umrühren anrösten bis sich die erste leichte Bräune zeigt. Eher länger als zu kurz rösten!
  • Während Zwiebel und Faschiertes rösten, 500g saftige Tomaten im Mixer mit Knoblauch und Basilikum komplett pürieren. Die festen Tomaten sowie Oregano dazugeben und kurz pürieren, es sollen noch Tomatenstücke zu sehen sein!
  • Das Faschierte mit den Tomaten und 200ml Portwein aufgießen, Lorbeerblätter zugeben
  • Mit Salz und Pfeffer großzügig würzen, alles gut verrühren und bei Stufe 4/5 von 9 und geschlossenem Deckel 30 Minuten köcheln lassen. Alle 10 Minuten umrühren.
  • In der Zwischenzeit die Béchamel-Sauce machen.
  • Deckel öffnen, auf 3/4 herunterdrehen und restlichen Portwein zugeben. Sauce ca.10-15 Minuten eindicken lassen.
  • Mit Salz, Pfeffer und Würzhefe abschmecken. Die Sauce soll einen vollen fruchtigen, leicht süßlichen Geschmack mit sehr leichter Knoblauchnote und mittlerer Oreganonote haben.
Zubereitung Béchamelsauce
Diese Béchamelsauce ist perfekt. Du benötigst kein Wasserbad und auch keine Stärke.
  • 40g Butter in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze zergehen lassen. Dann das Mehl einrühren, so dass ein "Teig" entsteht. So lange rühren bis alles Mehl gut eingearbeitet ist.
  • Diesen "Teig" für ca. 1 Minute ohne umrühren rösten, er darf aber nicht braun werden!
  • Mit sehr wenig Sojamilch aufgießen und sofort schnell und gut umrühren, bis alle Sojamilch eingearbeitet ist. So fährt man fort bis man einen glatten Brei erhält.
  • Die restliche Sojamilch aufgießen und auf Stufe 7 von 9 schalten. Ein gute Portion Muskatnuss hineinreiben, salzen und pfeffern. Die Sauce soll einen pikanten Geschmack erhalten, aber weiter nach "Milch" schmecken.
  • Nun unter Rühren erhitzen. Anfangs wenig rühren und nur prüfen, ob sich etwas anlegt. Wenn die Sauce zu dampfen beginnt, durchgehend rühren. Wenn sie beginnt einzudicken, auf heißeste Stufe schalten und gut rühren bis sie dick und sämig ist und zu köcheln beginnt.
  • Nun sofort in einen kalten Topf umgießen, da sie sonst beim Auskühlen anbrennen würde.
Einfüllen in die Form
  • Die Seitenwände der Form mit wenig Öl oder Margarine einfetten. Geht am besten, wenn man wenig Öl in eine Schale gibt, einen Finger darin "badet" und mit dem Finger die Wände bestreicht.
  • Den Boden mit einem Viertel der Béchamelsauce bestreichen
  • Nun drei mal den selben Vorgang wiederholen: drei Blätter quer einlegen, so dass sie die gesamte Fläche bedecken (sie müssen überlappen oder genau passen). Danach je 1/3 der Béchamelsauce darauf verteilen und 1/3 der Tomatensauce. Für jede Sauce einen eigene Löffel verwenden.
  • Auf die letzte Schicht Tomatensauce kommt der Käse.
  • Wer mag kann den Käse auch mit etwas Cayennepfeffer bestreuen, das harmoniert sehr gut mit dem Käse und sieht auch nett aus.
Nun sollte man die Lasagne, wenn möglich, 4 Stunden ziehen lassen. Man kann sie auch länger ziehen lassen, dann einfach in den Kühlschrank geben, sobald sie ausgekühlt ist.

Bei 160° (nicht vorheizen) 45 Minuten backen. Der Käse sollte an den Rändern braun werden. Aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten ziehen lassen.

2 Kommentare:

Anna Eiswert hat gesagt…

Sieht sehr lecker aus!! Was mir aufgefallen ist, diese Bambus worauf die Teller stehen, ich habe genau die selben, aus Thailand=) hast du die auch von dort?
LG
annaeiswertphotographie.blogspot.com

Joachim hat gesagt…

Der ist aus Thailand, ja :)

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Willkommen am schwarzen Brett des Küchenchefs. Sei bitte freundlich, auch wenn Dir eine Mahlzeit nicht geschmeckt hat. Gäste, die meine Küche mit deftigen Saucenspritzern neu ausmalen möchten, bekommen Küchenverbot.